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Saffig


Die Sommerpause ist schon eine Weile her und ich hänge tüchtig hinterher mit meiner Berichterstattung, so ist das, wenn man sich frisch verliebt, dann haben plötzlich andere Dinge Priorität. Zurzeit ist Herbstwetter es regnet und so verschiebe ich meine Stromablesungen und habe endlich mal wieder Zeit, um von meinen vergangenen Erlebnissen zu erzählen. Mitte August bis Mitte September standen Saffig und Plaid auf meiner Liste. Ich glaube, ich kenne jetzt alle Wege die man von Dieblich aus, dorthin fahren kann. Autobahn, an Ochtendung vorbei, es streifen oder mitten durch war die Frage, die ich jeden Tag aufs Neue entscheiden musste. Mein Bauch entschied sich immer wieder spontan. Manchmal wollte er noch kurz im Supermarkt halten, manchmal hatte er Angst vor dicken LKWs die schwer zu überholen sind, manchmal hatte er Bedenken plötzlich auf der Autobahn im Stau stehen zu können, manchmal hatte er Lust auf schnelles Fahren, manchmal hatte er es auf die kürzeste und manchmal auf die schnellste Strecke abgesehen. Das Navi konnte sich übrigens auch nie entscheiden, immer wieder überraschte es mich, mit den verschiedensten Vorschlägen. Ein Muster war weder vom Navi noch von meinem Bauch erkennbar.

In Saffig hatte ich ein paar Mal diese Aha-Erkenntnisse von, ach hier bist du jetzt, achso das ist der Komplex von der anderen Seite, den Mann kennst du doch, hätte der nicht gleich sagen können, dass er auch dafür zuständig ist, usw.

Beeindruckt hat mich der Schlosspark und natürlich die Barmherzigen Brüder Saffig. Ich lernte auf der Straße Menschen kennen die in den Wohnappartements der Psychiatrischen Dienste untergebracht sind kennen oder besser gesagt, man sprach mich einfach an und wollte wissen wer ich bin. Im ersten Moment war ich schon perplex, bis mir klar wurde, woher der Wind wehte.

In Saffig steht an jedem Ortseingang: Eine Gemeinde zum Wohlfühlen und ich muss sagen, ich habe mich dort wirklich wohlgefühlt. Oft ist der Blick in die Ferne über die Eifel hinweg wunderschön und es gibt viele Straßen in denen es sich gut leben lässt.

Unten im Bild der Kreuzweg am Ortsausgang Richtung Bassenheim.

Überhaupt kamen mir die Saffiger Bürger überaus freundlich entgegen. Wenn ich so darüber

nachdenke, vielleicht liegt das ja an den Barmherzigen Brüdern, vielleicht haben die den Samen für mehr Menschlichkeit und den Glauben an das Gute im Menschen tiefer in die Herzen säen können. In Saffig ist nicht nur der christliche Glauben an vielen Stellen sichtbar, sondern hier gibt es auch eine jüdische Synagoge.

Hier die Barockkirche, die von Balthasar Neumann entworfen wurde und vom Grafen von der Leyen in Auftrag gegeben wurde. 1742 wurde sie fertiggestellt.

In keinem anderen Ort begegneten mir bewusst Moslems, Juden, Christen und psychisch kranke Menschen und trotzdem war ich der Meinung in einem Ort zu sein, in dem die Menschen besonders liebenswürdig sind und sich mehr um eine lebenswerte Ortsgemeinschaft kümmern als anderswo. Die nächsten Bilder zeigen das Dorfgemeinschaftshaus mit Grillhütte und den Weg dorthin. Die Pfadfinder haben dort verschieden Bäume gepflanzt und Erklärungen hinzugefügt.

Vor diesem Haus blieb ich lange stehen und versuchte die Inschriften zu verstehen.

Besonders beeindruckt hat mich ein Mann, dessen Wohnung mit geschnitzten Heiligenfiguren übersäht war. Er erzählte mir, dass er sie restaurieren würde und ließ mich einen Blick in seine Werkstatt tun. Besonders stolz war er aber auf die großen Figuren und an einer zeigte er mir, in welchen Schritten er sie restaurieren müsste.

Ungewöhnliche Jobs fand ich in Saffig noch mehr. Den von Tanja Wölbert z.B. sie ist ausgebildete Trageberaterin der Trageschule Hamburg. Ich war fasziniert als ich plötzlich in ihrer Perlenwerkstatt stand und war mir sicher, dass ich dieser freundlichen jungen Mutter gern etwas abgekauft hätte, wenn ich es nur gebraucht hätte. Aber irgendwann komme ich zurück, ganz sicher!

Ein ganz anderer Hingucker war der offene Hof der mit Kaffeekannen dekoriert war. Ich hatte schon Cafés mit Kaffeekannendeko gesehen, aber bisher noch keinen Hof.

Überhaupt gab es immer wieder schöne Dinge an den Häusern zu entdecken.

Bemalte Häuser und das untere wartet auf einen neuen Besitzer!

Als ich Saffig hinter mir ließ, grüßte mich noch der Kirmesbaum im Rückspiegel und ich dachte so: "Mal sehen, ob wir uns nächstes Jahr wiedersehen."

#Saffig #BarmherzigeBrüder #Synagoge

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