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Buchholz


Mit dem Namen Buchholz verbinde ich noch immer den Namen einer Familie, die es einst in meinem Heimatort gab. So kam es mir ein bisschen vor, als würde ich Buchholz schon kennen. Trotzdem hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, nicht losfahren zu wollen, der Tag war grau und es regnete dicke Tropfen. Erst ein Freund, der mir einen moralischen Tritt gab, konnte mich zum Losfahren überreden. Um mein Auto abzustellen, hatte ich mir den Übergang von der Rhein-Mosel-Straße zur Brodenbacher Straße ausgesucht. Die Straßen waren nicht so lang, so dass ich je nach Regenlage, gut zum Auto zurückkam. Weder ich noch mein Navi wussten, dass die Rhein-Mosel-Straße schon lange gesperrt war, denn dort wird die Straße saniert. Da ich im Vorbeifahren die Heidestraße sah, die ich auch zu bearbeiten hatte, überlegte ich nicht lange und fuhr dorthin zurück. Diese Straße wollte ich ursprünglich noch nicht, weil sie die meisten Hausnummern hatte. Ich wusste aber auch, dass sie parallel zu den anderen beiden Straßen verlief und so dachte ich mir, so könnte ich bestimmt erkennen, wo die Baustelle aufhört und beim nächsten Mal dorthin fahren. Genauso kam es dann auch. In der Heidestraße hielt ich an einem freien Parkplatz vor einem Mehrfamilienhaus und als ich auf die Hausnummer sah, erkannte ich, dass hier 22 Zähler abzulesen hatte. So war ich erstmal eine Weile vor dem Regen geschützt. Als ich die Zähler abgelesen hatte und wieder rauskam, hatte der Regen tatsächlich aufgehört! Intuition und Glück muss man haben!

In der Heidestraße kam ich zuerst an einer neuen Kirche vorbei. Hier ließ ich mich von einem Schild davor irritieren, welches von evangelischen Gottesdiensten sprach. Irritiert war ich, weil auf meinem Ablesegerät von der katholischen Kirche die Rede war. Da keine Hausnummer zu erkennen war, ging ich erstmal weiter. Auf dem Rückweg erkannte ich übrigens noch ein Schild, auf dem von katholischen Gottesdiensten gesprochen wurde. Im nächsten Block werde ich von den Zusammenhängen berichten.

So kam ich an die nächste Kirche und ich wunderte mich wieder, denn sie war kleiner als die evangelische. Konnte das sein? Gab es noch einen Ort wie Winningen, der mehr Protestanten als Katholiken hatte? Als ich näher kam, sah ich ein Schild an der Kirche, was mir die Sachlage erklärte. Sofort freute ich mich darauf eintreten zu können, denn diese Kirche wurde zu einem Architektenbüro umgebaut worden. Innen war alles offen und hell, nichts erinnerte mehr an die äußeren Mauern. Links neben der Kirche steht noch immer das alte Schulgebäude oder war es das Pfarrhaus, auf jeden Fall war es jetzt zum Wohnhaus umgebaut. Besonders interessant fand ich, das die Türen innen genauso gestaltet ware wie die äußeren. Rechts neben der Kirche steht das alte Dorfbackhaus, Backes genannt. Dieses Haus ist das einzige im Ensemble, welches noch immer seiner Bestimmung folgt und tatsächlich noch an Festen und zu Seminaren zum Backen im Altdeutschen Ofen einlädt.

Ein großes Dankeschön muss ich einer Frau in einem Mehrfamilienhaus aussprechen. Durch Zufall hatte ich die richtige Klingel ausgesucht, es wurde mir unten geöffnet. Die Frau erklärte mir, die Zähler seien im verschlossenen Keller. Was sie dann tat, war schon besonders hilfsbereit, sie ließ ihr Mittagessen stehen und sucht im Telefonbuch nach der Nummer des Vermieters. Gerade erst hatte ich ein Gespräch darüber geführt, dass niemand mehr ein Telefonbuch benutzen würde, schon wurde ich wieder eines besseren belehrt. Ich rief also in ihrem Beisein den Vermieter an, der mir den Weg zu ihm erklärte, damit ich mir den Kellerschlüssel abholen konnte. Ich überlegte gerade ob ich das wirklich ohne Auto machen wollte, da erklärte mir die nette Frau schon, sie würde mich dorthin fahren. Nicht nur, dass sie mich hinfuhr, sie wartete auf mich, nahm mich wieder mit zurück und brachte anschließend den Schlüssel allein wieder zum Vermieter. Es gibt doch noch hilfsbereite Menschen auf der Welt! Dankeschön! Bei der Fahrt bemerkte ich dann, dass der Vermieter eigentlich im nächsten Haus wohnte, aber es keinen direkten Zugang gab, deshalb mussten wir sozusagen mit der Kirche ums Dorf fahren, um dort hinzukommen. Diesen Weg zu laufen, wäre echt blöd gewesen. Den Vermieter traf ich übrigens an einem anderen Tag, in seinem eigenen Wohnhaus, noch einmal an und so wurde mir klar, wie viel zusammenhängendes Land ihm in Buchholz gehörte.

#Buchholz #Hunsrück #Kirche #Backes

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