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Boppard-Weiler


Zum ersten Mal freute ich mich schon vorher auf den Ort, denn die Straße Vierseenblick ließ mich Schönes ahnen. In Boppard gibt es eine Seilbahn, mit der man zu einem Lokal mit diesem Namen gelangen kann. Ich war gespannt, ob ich dorthin kommen würde. Weil das Wetter diesig war, entschied ich mich diese Straße an einem besseren Tag zu besuchen.

Wieder einmal gab es Adressen auf meinem Ablesegerät die Google nicht fand. Die Winkelgasse gehörte dazu. Wie war das noch bei Harry Potter, muss ich etwa erst in den Pub "Zum tropfenden Kessel" damit ich dort hinkomme? So kompliziert war es dann doch nicht. Es führte eine Straße, die wie ein Winkel geführt war, von der Alten Landstraße ab.

Ein anderes Mal verwirrten mich 2 einzelne Adressen, die ich zu einer zusammenfassen konnte. Vom Haus Rheinblick aus hatte ich schon eine wunderbare Aussichte auf den Rhein, aber der am Haus vorbeigehende Wanderweg Fünfseenblick machte mich neugierig und so folgte ich ihm ein kleines Stück bis zur Ziehlay. Er überraschte mich mit der betenden Nonne von Weiler.

Die Legende dazu liegt in Zeiten des 30-jährigen Krieges und anders als bei der Lorelei, gab es hier wirklich einen Felsen der an eine Frau erinnerte, er hatte die Gesichtszüge einer betenden Nonne. Leider wurde dieser Fels von einer Bombe im 2. Weltkrieg etwas getroffen. Den Fels endgültig zerststört, hat aber ein Anwohner mittels einer Sprengung, weil ihm die ständige Kletterei der Leute auf den Nerv ging, die dort oben ein Foto machen wollten oder einfach Spaß hatten. Was für eine Schande! Zum trotz wurde später diese Holzskulptur aufgestellt und ein offizieller Aussichtspunkt daraus gemacht.

Als ich nach 2 Jahren wieder hier war und im Internet nocheinmal nach der Geschichte suchte, fand ich noch eine andere Version. Nach dieser mochten sich die Leute von Bad Salzig und Weiler nicht und versuchten sich gegenseitig zu ärgern und so viel der lockere Stein, der betenden Nonne, irgendwann ins Tal...

Auf der gegenüberliegenden Seite konnte ich den Aussichtspunkt der "Hindenburghöhe" erkennen, die als Ruhepunkt des Rheinsteigs gilt.

Im Nachhinein kann ich übrigens sagen, dass ich nicht zum Lokal Vierseenblick kam. Allerdings gab es dort eine große Wiese mit Schafen. Es waren viele Lämmer geboren, die sich durch Blöken ständig mit ihren Müttern unterhielten, das empfand ich als eine sehr schöne Abwechslung zu den Aussichten.

Sonst schreibe ich ja oft etwas von den Kirchen. Diesmal war ich leider nur im Vorraum, so dass es nichts Besonderes zu erzählen gibt, aber auf dem Friedhof schlug mir das Herz doch bis zum Hals und das kam so. Ich hatte die Adresse vom Kirchenschlüsselinhaber, von einem Nachbarn bekommen, als ich am nächsten Tag in seinem Hause war, erklärte mir die Tochter, dass er augenblicklich in der Kirche wäre, aber eigentlich schon zurück sein müsste. So fuhr ich zur Kirche mit der Hoffnung, dass wir uns nicht verfehlen würden. Dort angekommen, sah ich ein Auto mit seinen Initialen. Damit er mir nicht entwischen konnte, parkte ich sein Auto zu und ging auf die Suche nach ihm. Als ich ihn fand, erzählte er mir, dass er auch den Weg um die Kirche herum nehmen könne, ich müsste nicht gleich wegfahren, ich kann stehen bleiben und noch das Haus besuchen, nachdem ich ihn gerade gefragt hatte. Als ich ausparken wollte, dachte ich, einfacher ist es, ich fahre auch den Weg, um die Kirche herum. Mir war in dem Moment nicht bewusst, dass er mich zwischen den Gräbern entlang führen würde. Als sich der Weg gabelte nahm ich den, der näher um die Kirche herumging und bemerkte zu spät, dass der Weg zu schmal sein könnte für mein Auto. Ich hielt und fuhr langsam zurück. Dabei schlug mir das Herz bis zum Hals, denn ich hatte große Angst, ich könnte ein Grab übersehen. Zum Glück ist nichts passiert und der äußere Weg war gut zu fahren. Ich habe nicht vor, jemals wieder mit dem Auto über einen Friedhof zu fahren.

#Fünfseenblick #NonnevonWeiler #BoppardWeiler

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