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Kaan


Erst Laach jetzt Kaan, ich hab´s gerade mit dem doppelten A! Kaan ist ein Dorf mitten im Maifeld und ein Ortsteil von Polch. In Kaan gibt es wunderbare Fernsichten und so schaut man dort auf Polch herunter.

Dieses kleine Dorf hat ein ganz besonderes Flair, so offen wie der Blick von jedem Haus über die Eifel hinweg ist, so offen sind die Tore der Bauernhöfe und so offen die Tore, so offen und freundlich begegneten mir die Menschen dort.

Schon die Geschichten die mir im ersten Haus erzählt wurden, berührten mein Herz sehr.

Dort gab es im letzten Jahr einen Brand, bei dem über 100 Tiere ums Leben kamen. Der Hofherr zeigte mir seine neu gebauten Anlagen mit Photovoltaik, aber ich war viel faszinierter von der Berner Sennenhund Zucht. Ich zählte 12 Hunde, die jüngsten waren 5 Monate. Für mich waren das immer die besten Hunde und es gab Zeiten, da hätte ich auf meinem Hof, gerne einen Berner Sennenhund gehabt.

Der Züchter hatte gerade neue Volieren gebaut, u.a. für Aras und zeigte mir große Aquarien. Er ist dabei alles wieder aufzubauen. Wohin ich guckte, sah ich Arbeit, die einen zu erschlagen drohte. Dieser Hof bedeutet niemals Freizeit oder Urlaub. Als ich ihn darauf ansprach, zeigte er mir ein blitzblankes Cabrio für sein Urlaubsfeeling. Er baute sich sein Leben wieder auf, mit dem Ziel, alles besser zu machen, als es vorher war. Ich dachte die ganze Zeit, wie kann man ertragen, wenn die geliebten Tiere im Feuer sterben. Er erzählte von Tierschützern, die ihm das Leben schwer machten, die ihn zu unrealistischer Tierhaltung drängten und ich hatte das Gefühl, schon bei den Erzählungen resignieren zu wollen. Selbst ein Herzinfarkt hielt ihn nicht zurück, weiter zu machen. Ich bewundere Menschen die ihre Lebensaufgabe kennen und sie mit Herzblut ausfüllen. In besseren Zeiten entstand wohl die Internetseite zum Kaaner Hof, da kann gerne mal reingeschaut werden. Ich wünsche allen, die am Aufbau mitarbeiten, viel Erfolg und vor allem Freude mit den Tieren!

Um in die Kirche zu kommen, musste ich erst den Küster ausfindig machen. Den hatte ich vorher schon als vitalen über 80-jährigen Mann kennengelernt und fuhr er mit mir zur Kirche und zeigte mir das 100-jährige Gebäude von innen. Ich war überrascht von der freundlichen Atmosphäre und einer Decke im gotischen Stil. Die Kirche spiegelte wirklich das Dorf wieder. Zum ersten Mal im meinem Leben wurde mir, der alten Protestantin, angeboten, einen Rosenkranz zu beten. Ich lehnte spontan ab, aber jetzt frage ich mich, warum eigentlich nicht? Vielleicht im nächsten Jahr.

In diesem kleinen Örtchen traf ich auch eine Bekannte aus dem Chor wieder. Ach diese ungläubigen Blicke von beiden Seiten. Sie war sich schneller sicher als ich, dass wir uns kennen und so plauderten wir anschließend noch ein wenig über unsere Zukunft.

Als ich zu meinem Auto zurück kam, stand da doch tatsächlich ein Blitzer davor! So nah bin ich diesen Erschreckern noch nie gekommen. Ich hätte voll im Blitzlicht gestanden, wenn es jemanden erwischt hätte. Aber solange ich noch da stand, blitzte es nicht und überhaupt wunderte ich mich über diesen Standort, denn ich konnte mir kaum vorstellen, dass man dort über 50 km/h fuhr.

In jedem Ort gibt es Namen, die öfter vorkommen als in anderen Orten. In Ochtendung begegneten mir immer wieder Leute mit dem Namen Barz, hier in Kaan war es eindeutig der Name Fuchs. In einem Haus wurde mir dann erzählt, dass aus den Füchsen nun Wölfe geworden wären, denn die Tochter hätte einen Wolf geheiratet.

Auf Wiedersehen Kaan, ich komme gerne wieder.

#PolchKaan

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