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Eine Runde um den Laacher See


Gestern war das Wetter wirklich, zum zu Hause bleiben gedacht und so kam mir ein extra Stromableseauftrag mit dem Auto ganz recht. Ich wählte mir, aus den vorhandenen Daten, eine Tour rund um den Lacher See aus und war am Ende sehr angetan davon. In Saffig grüßte ich im Vorbeifahren das Westnetz und beschloss an der Rauschermühle kurz anzuhalten, weil die Nette so stark rauschte, dass ich einen Blick mehr, auf sie werfen wollte. Beim Anblick dachte ich so, gar nicht nett die Nette heute, denn der sonst so ruhig fließende Bach, war zum Wildwasserfluss geworden. In meinen Ableseorten begrüßte mich die Nette schon oft und manchmal war ich beeindruckt, wie sie so dicht an und unter Häusern vorbeiplätschert. Jedes Mal erinnerte es mich an das Hochwasser 2002, wo ein kleiner Bach in Kleckewitz zum reißenden Gewässer wurde und alles wegriss, was im Wege war, ob Straße oder Häuser es sah damals aus wie nach einem Bombenanschlag. Eine Anwohnerin schrieb anschließend in der Zeitung regelmäßig von ihren Erlebnissen, das wird mir wohl für immer, unvergesslich bleiben. Aber zurück zur Nette und dem kleinen Lehrpfad der mich nun lockte. Eigentlich wollte ich nur kurz auf der Brücke stehen, aber dann sah ich den einladenden Weg entlang des Gewässers, der mich neugierig werden ließ. Für Momente blitzte sogar die Sonne aus den Wolken und so lief ich bis zur nächsten Brücke. Leider riss mich dort ein Anruf aus meiner Schwärmerei und ich musste schnellstens wieder zurück zum Auto und meinem Ablesegerät.

Über Plaidt und Kruft kam ich zum ersten Mal nach Nickenich. Hier hatten sich die Regenwolken in einen strahlend blauen Himmel mit fantastischen Fernsichten verwandelt. Das Haus, in dem ich den Strom ablesen wollte, stand genau vor einem Brunnen und Tafeln zur Erklärung des Pilgerpfades nach Santiago de Compostella und so musste ich erst einmal die Tafeln studieren und so lernte ich den Eifelcamino kennen.

Kaum saß ich im Auto verdunkelte sich der Himmel schonwieder und der Blick auf den Laacher See war trist. Beim Abzweig nach Wassenach beeindruckte das Schattenspiel der Sonne aber schon wieder, denn alles lag dunkel, nur die Berge am Horizont und vor allem die weißen Häuser strahlten dadurch umso mehr. In Wehr dann dicke Regentropfen und in Rieden nur noch ein leichter Nieselregen.

In Rieden hatte ich im Herbst den Strom abgelesen und hier hatte mich ganz unvorbereitet der erste Schneeregen erwischt. Rieden am See, dieses Seegebiet ging mir lange nicht aus dem Sinn, denn ich verglich es mit meinem Heimatdorf. Ich wuchs in Sollnitz am See auf und erlebte wie aus einem Wald eine Kiesgrube wurde. Aus einem überaus beliebten Badeort mit FKK zu DDR-Zeiten, wurde ein zugewachsener Fischteich, in dem nur noch wenige baden wollen. Nach der Wende kam ein Investor und wollte Ferienhäuser bauen, aber der Bürgermeister wagte keine Neuerungen. Wenn ich dann Rieden sehe, mit einem See der kleiner ist als der Sollnitzer See, mit seinen vielen Ferienhäusern, seiner Gastronomie und seinen Freizeitangeboten frage ich mich, was aus Sollnitz hätte werden können, wenn man damals mutig gewesen wäre?

Hier einmal ein paar Bilder aus Sollnitz zum Vergleich

Im Januar war ich im Oman und dort beeindruckte mich die Erneuerung des Landes ungemein. An einem Strand sah ich die neugebauten Häuser im Bauhausstil und mir kam der Gedanke, man müsste in Sollnitz Bauhausferienhäuser an den See bauen. Das Bauhaus wird in diesem Jahr 100 Jahre alt und ich frage mich, warum bisher keiner auf die Idee gekommen ist, Ferienhäuser im Bauhausstil in der Stadt des Bauhauses anzubieten. Verglichen mit der Lage in Rieden und der Dessauer Lage zu Berlin, muss das doch irgendeinen Investor interessieren!

Hier mal ein Bild aus dem Oman, welches mich zu diesen Ideen inspirierte, jetzt muss man sich nur noch, Wald im Hintergrund vorstellen.

In Bell irrte ich dann nach einem Haus umher, welches weder von Nachbarn noch vom Navi gekannt wurde. Als ich doch noch, auf der falschen Straßenseite, danach fragen wollte, erkannte ich von erhöhter Hauseingangstür, weit hinter dem Ortsausgangsschild ein Dach hinter Bäumen aufblitzen. Als ich dort klingelte, sah ich eine mächtige entwurzelte Konifere im Vorgarten liegen. Hier hatte der Sturm den größten Schaden angerichtet, den ich in den letzten Tagen gesehen hatte. Nach erfolgreichem Stromablesen fuhr ich wieder nach Hause und war wirklich beglückt von den vielen schönen Eindrücken des Tages.

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