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Regenbogen

Ist denn etwa schon April? Was für ein abwechslungsreiches Wetter! Als ich los fuhr schien die Sonne nach leichtem Regen, als ich auf dem Bauernhof ankam, dicke graue Wolken und Regen. Als ich fertig war mit ablesen, sah ich am Horizont das Blau des Himmels und da es sehr windig war, hoffte ich, dass sich die Wolken schnell verziehen. Die verzogen sich schneller als gedacht, denn beim nächsten Stopp schien die Sonne wieder. Herrlich saubere Luft, frischer Wind und Wärme auf der Haut umgaben mich und so atmete ich mit einem Lächeln tief ein! Im Bienenpesch, was für ein Name, was für eine Straße, alle Leute waren zu Hause und die Sonne schien immer noch.

In der Unteren Grabenstraße wechselten Sonne und Wolken so oft wie die Leute die Türen öffneten oder eben nicht. Die paar Tropfen Regen dazwischen passten zu den Todesfällen, von denen mir erzählt wurde. 2 Frauen hatten gerade ihren Mann verloren und mussten sich nun um Dinge kümmern, im meinem Fall die Zählersuche, die vorher von den Männern erledigt wurden. Die Tränen passten zu den Regentropfen, aber so banal es klingt, die Regenwolken werden irgendwann weggeweht und die Sonne wird hervorkommen und manchmal erscheint ein wunderschöner Regenbogen. Ich wünsche den beiden, dass sich in ihrem Leben bald wieder sonnige Tage schieben und sie den Regenbogen am Horizont sehen können!

Viele Dinge kann man nicht gleich sehen, manchmal müssen sich dafür erst Türen öffnen und manchmal muss man betteln, damit die Türen geöffnet werden. Das gilt nicht nur für meine Arbeit, das gilt für das ganze Leben! Wer nicht fragt, bekommt keine Antwort. Oft gehen die Antworten am Thema vorbei und ehe man es merkt, ist man schon wieder weiter gegangen. Gehe ich zurück oder versuche ich es beim Nächsten noch einmal oder mache ich beides? Jeder Schritt ist eine neue Entscheidung, gucke ich nach links und rechts, laufe ich zick zack und gucke auf dem Rückweg noch mal vorbei oder laufe ich die Straße hoch und runter. Klingele ich 1x oder 2x oder gar 3x, stecke ich gleich eine Karte in den Briefkasten oder komme ich wieder?

In einem Haus wurde mir die Tür von einer Frau geöffnet, welche dann ihren Mann rief ;-), damit er mir die Zähler zeigt. Ihr Mann war sehr dünn und sehr wackelig auf den Beinen, er konnte nur mühsam gehen und hatte dabei große Atemnot und so bot ich ihm an, das letzte Stück auf den Boden auch allein gehen zu können. Ein Zähler befand sich im Nebenhaus und ich staunte über das wunderschön gestaltete Treppenhaus. Das lange Fenster war umrahmt, fast wie ein Kirchenfenster und auf halber Treppe kam ein gemalter Oldtimer aus der dunkelroten Wand. Davor stand ein schwarz bemalter Motorblock oder Zylinder (sorry keine Ahnung) und auf der anderen Seite eine schwarze alte Nähmaschine. Farblich und dekorativ einfach ein großartiges Ensemble! Ich war begeistert vom gesamten Treppenhaus und erkannte gar nicht, dass es nicht bewohnt ist. Der Mann setzte sich auf eine herumstehende Gehhilfe und erzählte mir die Geschichte des letzten Mieters. Der hatte ihn, in seinen Augen jämmerlich betrogen, hatte seine Möbel mit ausgeräumt und einen Eindruck hinterlassen, dass er nun nicht mehr vermieten will. Eine tolle Wohnung die nun ungenutzt leer steht. Schade.

Ein anderes Haus sah unbewohnt aus und ich musste erst herumfragen was damit wäre, zum Schluss fand ich die Besitzer doch und ich durfte hinein. Drinnen wurde schon renoviert und auch hier musste ich staunen über die Atmosphäre die am Entstehen war. Beeindruckt hat mich ein 2. Bad hinter dem Wohnzimmer, so etwas kenne ich bisher nur aus Indien und dem Oman. Ich kann nur raten, wenn man sich ein älteres Haus kaufen will, lieber ein bisschen länger suchen, es warten Schätze da draußen!

Als ich nach Haus fuhr sah ich diesen wunderschönen Regenbogen. Die Bilder gaben diesem "Apriltag" das Tüpfelchen auf dem i!

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