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Ochtendung


Zurzeit lese ich den Strom in Ochtendung ab, endlich mal ein Ort den ich schnell erreichen kann und so übernahm ich, mehr Ableseeinheiten als gewöhnlich. Bisher kannte ich Ochtendung eher vom Durchfahren und es kam mir alt und eng vor und weniger schön. Inzwischen habe ich ein ganz anderes Bild, denn die Nebenstraßen und vor allem die vielen neuen Häuser sprechen eine ganz andere Sprache. Die neuen Straßenzüge sind geprägt von wunderbaren Aussichten zur Kapelle und überhaupt in die Eifel.

Die Vulkanberge liegen wie gemalt da und ich denke dauernd, ich brauche eine bessere Kamera, mein Handy fängt diesen Blick nicht gut ein. Als ich in die Koblenzer Gegend zog und auf Wohnungssuche war, gab es auch Angebote in Ochtendung. Dieser Name erschien mir schrecklich. Dieses Dung klang nach Mist und wenn man sich verbessern will, kann man ja nicht in einen Ort, mit solch einem Namen ziehen. Was sollen denn die zurückgebliebenen Freunde und Bekannten denken, schließlich muss man doch zeigen, dass man sich verbessert hat! Inzwischen weiß ich, dass das ...dung in alter Sprache bedeutet, dass man in einem Ort mit früherer Gerichtsbarkeit ist. Jetzt heißt es also aufgepasst, wo mir diese Endung mal wieder unterkommt.

Aber auf, auf in meine erste Ablesestraße, der Bahnhofstraße. Ein Highlight für mich sind immer Hunde im Haus. Wenn ich die nicht mögen würde, wäre ich blöd, diesen Job zu machen. Was mich hier aber erwartete, bleibt wahrscheinlich einmalig. Hinter der Glastür an der ich klingelte, fingen mindestens 6 große Hunde an zu bellen, alle in der Größe von 2 Podenkos die dabei waren. Später zählte ich sogar noch kleinere Hunde dazu. Der Hausbewohner erklärte mir, dass es nicht alles seine Hunde wären, sondern dass da auch Pflegehunde dabei wären. So war es ein richtiges Rudel und alle schienen sich zu mögen und zu akzeptieren. Ich konnte mich gar nicht trennen, am liebsten hätte ich ihnen, noch viel länger zugesehen.

In der Straße gibt es eine Kulturscheune. Manchmal bin ich echt erstaunt, was Leute aus ihren Baulichkeiten machen und dann denke ich mir wieder, man muss eben seine Ideen einfach umsetzen und sich nicht reinreden lassen! Zu erkennen war von außen gar nichts. Im Inneren aber gab es einen fensterlosen Raum mit Bar, Tischen und Bestuhlung. Alles war liebevoll geschmückt, sowie gut geheizt und wartete auf die große Karnevalssause. Ich warte meistens schon auf solche öffentlichen Orte, damit ich mal nach einer Toilette fragen kann und so kann ich von einer neu eingebauten, sauberen Anlage berichten. In der Bahnhofsstraße gibt es auch das Antik Bistro "Kamin Stüffje" ich hatte mich schon gefreut, einen Blick hineinzuwerfen, aber hier wurde mir nicht geöffnet. Das angrenzende Wohnhaus ist umgeben von einem Zaun und manchmal liefen dort Hunde herum. Ich fand nur ein Klingel am Stüffje, welches aber geschlossen war, wenn ich vorbeikam. Das ist überhaupt so ein Phänomen... Manche Hausbesitzer haben ein Schild am Tor, in dem sie vor dem Hund warnen, die Klingel befindet sich aber an der Haustür über den Hof. Ja, ich weiß schon, Fremde sind nicht erwünscht und der Paketbote darf nicht wechseln, der muss alle Hunde beim Namen kennen! Ich lasse dann immer das Tor auf und hoffe, der Hund will lieber in die Freiheit, als mich beißen. Mein nächster Gedanke ist dann, wenn der Hund dann vor´s Auto läuft, überfahren wird oder dem Autofahrer was passiert, wer ist dann schuld, wer muss zahlen? Wo ist mein Pfefferspray? Hoffentlich war es nur ein Fakeschild! Mein Blick sucht nach Hundekot, Spielzeug und Hundehütte auf dem Hof. Bisher stand ich nur einmal einem lieben Golden Retriever gegenüber und die Besitzerin folgte auch gleich. Trotzdem, im ersten Moment rutscht das Herz in die Hose!

Und dann gab es mal wieder Probleme mit der Technik meines Handys. Na klar, ausgerechnet wenn ich ein Haus nicht finde, dann geht das Navi nicht, aber ich habe ja immer noch einen Mund zum Fragen. Für dieses einzeln stehende Haus muss ich über die Bahnschienen, dachte ich. Allerdings wurde dort gerade die Straße saniert. Beim näher kommen erkannte ich, dass aus den Schienen ein Radweg geworden war, auf dem gerade Inlineskater unterwegs waren. Nun erkannte ich auch, dass ich am Maifeldradweg angekommen war. Hier muss ich wohl wirklich im Sommer nochmal hin, diese ehemalige Bahntrasse muss ich unbedingt einmal abfahren. Der Flämingskate in Brandenburg kommt mir in den Kopf. Den habe ich schon so oft überquert, da er sich dort entlangschlängelt, wo ein Teil meiner Familie wohnt. Als er eröffnet wurde, war ich so begeistert von dieser Idee, aber ich habe es nie geschafft, ihn zu befahren. Das muss beim Maifeldradweg anders werden! Das Bild habe ich übrigens später gemacht, als die Bauarbeiter wieder weg waren.

In der Bahnhofstraße macht ein Hinweisschild auf eine Grabstätte der Römer aufmerksam, also musste ich auch einmal den Weg verlassen und nachschauen gehen. Keine 100 Meter weiter stand ich vor dem Tumulus und machte ein Bild von ihm.

#Ochtendung #Tumulus #Römer #Grabstätte #Vulkaneifel

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